• 29Nov

    (Das wäre dann schon mein zweiter Titel in diesem Blog, der auf den Slogan eines deutschen Privatsenders anspielt. Ich entschuldige mich dafür. Nun aber zum Thema:)

    Das menschliche Wesen tendiert dazu, Emotionen zu verarbeiten, indem es darüber spricht. Bernard Rimé hat dies in diversen Studien empirisch untersucht und festgestellt, dass etwa 90% der Alltagsemotionen “sozialgeteilt” werden. “Social sharing of emotions” nennt sich seine Theorie.

    Im Jahr 2003 fanden Christian Derbaix und Joëlle Vanhamme heraus, dass sich diese Theorie auch auf die Mundpropaganda im Bezug auf Produkte und Dienstleistungen anwenden lässt, wobei die Emotion der Überraschung dominant ist: Überraschende Produkterfahrungen lösen signifikant mehr Mundpropaganda aus als nicht überraschende Erfahrungen. Während Überraschung eine neutrale Emotion ist, kommt dazu oft entweder eine positive Emotion wie Freude oder eine negative wie Wut. Deshalb sprechen wir von “positiven Überraschungen” und “negativen Überraschungen”. Zwei Jahre später wurde dieses Konzept auch auf das virale Marketing angewendet, Adam Lindgreen und (wieder) Joëlle Vanhamme stellten folgendes fest: “The more surprised customers are, the more likely they are to generate a large viral network.”

    In einer Studie aus dem Jahr 2007 untersuchten Lindgreen, Vanhamme und Kollegen neun erfolgreiche virale Marketingkampagnen auf den Gebrauch der sechs primären Emotionen Überraschung, Angst, Trauer, Freude, Abscheu und Wut. In allen neun Kampagnen wurde mit überraschenden Elementen gearbeitet, dazu kam aber immer mindestens eine weitere der sechs primären Emotionen, am häufigsten waren dies Freude und Trauer, die durch je vier der untersuchten Kampagnen ausgelöst wurden.

    Ein interessanter Ansatz, der auch bei viralen Videos Sinn zu machen scheint: Überraschung wird durch eine “Schemadiskrepanz” ausgelöst. Schemata sind “Theorien”, die wir uns anlegen über die Natur von Objekten, Ereignissen oder Situationen. Wenn ein wahrgenommenes Ereignis (also beispielsweise ein virales Video) zu keinem in unseren Köpfen gespeicherten Schema passt, sind wir überrascht. Und dies ist bei sehr vielen erfolgreichen viralen Videos der Fall. Ronaldinho drängt sich da natürlich als Beispiel auf. Oder auch dieser aktuelle Viralspot von Samsung.

  • 27Nov
    • 21.9% der Weltbevölkerung nutzen das Internet. Zuwachs seit 2000: 305.5%
    • Region mit dem tiefsten Internet-Nutzer-Anteil: Afrika (5.3%). Höchster Anteil: Nordamerika (73.6%)
    • 77.2% der Schweizer Bevölkerung haben in den letzten 6 Monaten das Internet genutzt, davon 56.2% täglich oder fast täglich.
    • Altersgruppe mit dem grösster Internet-Nutzer-Anteil in der Schweiz: 14-19-jährige (97.7%). Tiefster Anteil: 50+ (53.9%)
    • 57% der amerikanischen Internet-Nutzer schauen sich Internet-Videos an. Bei den 18-29-jährigen sind es 76%.
    • 51% der Deutschen Internet-User nutzen Videoportale wie YouTube. Bei den 14-29-jährigen sind es 84%.
    • Durchschnittlicher TV-Konsum in Deutschland: 225 Minuten. Internet-Konsum: 58 Minuten. In der Altersgruppe der 14-19-jährigen: TV: 100 Minuten, Internet: 120 Minuten.
    • Im August 2008 schauten sich 26 Millionen Deutsche Videos im Internet an, durchschnittlich 117.6 Videos pro Person.
    • 75% der amerikanischen Internet-Video-Konsumenten erhalten Links zu Videos. 57% senden Links, 10% posten Links auf Websites und Blogs.
    • 27% der amerikanischen Internet-Video-Konsumenten Nutzen YouTube. 
    • Auf YouTube werden täglich 100 Millionen Videos abgerufen und 100′000 neue Clips hochgeladen. Jede Minute kommen 8 Stunden Bildmaterial dazu. 
    • YouTube ist für 10% des weltweiten Datenverkehrs im Internet zuständig.
    UPDATE - 3.12.2008: Gemäss einem aktuellen Times-Artikel werden auf YouTube pro Minute mittlerweile bereits 13 Stunden Material veröffentlicht.
  • 20Nov

    Es ist zwar nicht mehr ganz aktuell und es wurde schon viel darüber geschrieben. Trotzdem verdient es dieses Beispiel, hier erwähnt zu werden, denn es ist eines der besten Beispiele für gutes Marketing in Web2.0-Zeiten: In “Tiger Woods PGA Tour 08″, einem Videogame von EA Sports, haben Gamer einen Fehler entdeckt: An einer Stelle im Spiel kann Tiger Woods den Ball vom Wasser aus schlagen. “Levinator25” stellte ein Video von diesem “Jesus Shot” auf YouTube

    Das Video entwickelte sich zum Virus, und hunderttausende sahen den Programmierfehler des Game-Herstellers (YouTube-Views bis heute: fast 700′000). Ziemlich schlechte Publicity für EA Sports. Was tut man da? Eine Pressemitteilung raushauen? (”Wir unternehmen alles, dass solche Fehler in den zukünftigen Versionen des Spiels nicht mehr vorkommen.”) Eventuell würden ein paar Medien und Blogs darüber berichten, doch das wäre nichts gegen die Lawine, die durch Levinator25 ausgelöst wurde. Oder wäre es besser, einfach gar nichts zu tun? Wohl auch nicht.

    Die Reaktion von EA Sports kam zwar erst Monate später (auf die Veröffentlichung von “Tiger Woods 2009″), dafür war sie umso cleverer: Es war eine “Video-Response” auf das YouTube-Video mit dem “Jesus Shot”. “Levinator25, You seem to think your Jesus Shot video was a glitch in the game”, heisst es dort am Anfang. Dann sieht man den echten Tiger Woods, wie er über Wasser geht und dann einen Ball aus der Mitte eines Teiches schlägt. “It’s not a glitch. He’s just that good.”

    YouTube-Views bis heute: über 2.4 Millionen.

  • 17Nov

    Was haben YouTube-Videos und Erdbeben gemeinsam? Sie können mathematisch auf die selbe Weise erklärt werden.

    Riley Crane, Postdoktorand an der ETH Zürich, beschäftigte sich bis vor zwei Jahren mit Supraleitern. Heute forscht er an YouTube-Videos. „Ich finde es faszinierend, dass ein soziales System anscheinend ebenso nach bestimmten Regeln funktioniert, wie ein physikalisches System und dadurch mathematisch fassbar wird“, sagt er. So hat er beispielsweise herausgefunden, dass sich das Abebben der Aufmerksamkeit bei viralen Videos mit der Mathematik zur Modellierung von Nachbeben bei Erdbeben beschreiben lässt. 

    Riley stellte fest, dass die Aufmerksamkeitskurven von viralen Videos eine sehr charakteristische Form haben. Deshalb könne man schon früh voraussagen, ob ein Video das Zeug zur viralen Verbreitung hat: “Die Kapazität eines Videos zu einem Massenphänomen innerhalb der YouTube-Community zu werden, kann somit an der Form der Kurve abgelesen werden”.

    Neben “viralen” Videos führt Riley noch eine Kategorie “Qualitäts-Videos” ein, aber mehr dazu im Artikel “Youtube-Nutzung entschlüsselt” aus dem ETH-Online-Magazin “ETH Life”.

    (via tagesanzeiger.ch/Newsnetz)

  • 13Nov

    Seit Jahren schon macht das Schweizer Fernsehen einen guten Job im Online-Stellen von Sendungen. Fast alle eigenproduzierten Formate können auf der SF-Website angeschaut werden, die Archive reichen oft Jahre zurück. Und vor einigen Monaten hat man endlich vom RealPlayer auf Flash-Videos umgestellt, was ja heute der Standard in Sachen Online-Video ist. Seit dieser Umstellung gibt es auch eine embed-Funktion, die es Nutzern erlaubt, SF-Videos in die eigene Website einzubinden. Doch damit hat sichs in Sachen Interaktivität. 

    Ein kleines Beispiel: Sagen wir, ich finde einen Sketch aus der letzten Giacobbo/Müller-Sendung so lustig, dass ich ihn unbedingt an ein paar Freunde weiterleiten will. Nur: Wie mache ich das? Die Videos öffnen in einem Pop-Up; es gibt also keinen Link den ich kopieren und in ein Mail einfügen kann. Es gibt auch keine “Share”-Funktion, wie es jedes vernünftige Video-Portal und auch viele TV-Sender-Mediatheken haben. Die einzige Möglichkeit, die mir also bleibt, ist das Video in meine eigene Website einzubinden - falls ich überhaupt eine habe. Oder ich schicke den Link zur Giacobbo/Müller-Homepage mit ein paar Anweisungen, wie meine Freunde dort zum Video finden. Nicht gerade sehr convenient.

    Ein Gegenbeispiel: “The Colbert Report“, eine Satire-Show aus den USA. Dort gibt es im Video-Player eine Share-Funktion, wo ich einen Direktlink oder einen embed-Code herauskopieren, das Video direkt an Freunde schicken, oder auf Portalen wie Facebook, Delicious oder Digg veröffentlichen kann. Es ist also ein Kinderspiel, einen Clip, der mir gefällt, weiter zu verbreiten – und damit der Show neue Zuschauer, online oder am TV, zu bescheren. 

    Es kommt öfters vor, dass solche Videos, von der Colbert Show oder von anderen TV-Shows, zu Selbstläufern werden und sich exponentiell verbreiten. Auch wenn Giacobbo/Müller nicht immer so lustig ist, dass sich Ausschnitte daraus wie ein Lauffeuer verbreiten würden: Es gibt auch beim Schweizer Fernsehen Videos, die virales Potenzial hätten. Aber dieses wird fahrlässig verschenkt.

  • 11Nov

    Martin Paeplow, Student an der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven, beschäftigt sich im Rahmen seiner Diplomarbeit (mehr dazu auf seinem Blog) mit dem selben Thema wie ich – mit viralen Videoclips. Er ist allerdings schon ein bisschen weiter und hat einen Online-Fragebogen aufgeschaltet, für den er nun möglichst viele Teilnehmer sucht. Mitmachen!

  • 11Nov

    Ohne das Phänomen “Web 2.0″ wäre das Phänomen “virale Videos” in diesem Ausmass wohl gar nicht denkbar. Deshalb beschäftige ich mich derzeit für meinen Theorieteil mit dem Web 2.0. Kleine Definition gefällig? “Das Web 2.0 umfasst Internet-Anwendungen und -Plattformen, die die Nutzer aktiv in die Wertschöpfung integrieren – sei es durch eigene Inhalte, Kommentare, Tags oder auch nur durch ihre virtuelle Präsenz.” (Aus dem Buch “Web 2.0: neue Perspektiven für Marketing und Medien”)

    Soviel zur Theorie. Wie “Web 2.0″ in der Praxis aussehen kann, habe ich eben am eigenen Leib erfahren: In einem Blog stosse ich auf ein YouTube-Video, in dem ein Professor aus Kansas “An anthropological introduction to YouTube” gibt. Ich schau mir das Video an. Es ist zwar fast eine Stunde lang, aber ich finds grossartig. Sofort speichere ich es auf meiner Delicious-Seite ab und tagge es. Und jetzt blogge ich darüber. Das ist Web 2.0.

    Weiterlesen »

« Frühere Einträge   

Letzte Kommentare

  • это школа танцев в Киеве, двери которой открыты для ВСЕХ жел...
  • I enjoyed reading your blog. Keep it that way....
  • Наш сервис QPrice предоставляет услуги удалённого менеджмент...
  • nailuchshiy kopirayting...
  • не совсем понимаю, имхо, что Вы этим хотели сказать?...